Salutogenese  

"lch gehe davon aus, (...) um eine (...) Metapher zu wählen, daß wir alle eine lange Skipiste herunterfahren, an deren Ende ein unumgänglicher und unendlicher Abgrund ist. Die pathogenetische Orientierung beschäftigt sich hauptsächlich mit denjenigen, die an einen Felsen gefahren sind, einen Baum, mit einem anderen Skifahrer zusammengestoßen sind oder in eine Gletscherspalte fielen. Weiterhin versucht sie uns davon zu überzeugen, daß es das Beste ist, überhaupt nicht Ski zu fahren. Die salutogenetische Orientierung beschäftigt sich damit, wie die Piste ungefährlicher gemacht werden kann und wie man Menschen zu sehr guten Skifahrern machen kann." (Aaron Antonovsky)

 

Der Begriff „Salutogenese“ (die Entstehung von Gesundheit) wurde von Aaron Antonovsky geprägt. Antonovsky kritisierte das herkömmliche medizinische Denken, das sich vorwiegend für krankmachende (pathogenetische) Faktoren interessiert. Er stellte diesem Denken sein „salutogenetisches Modell“ gesundheitsförderlicher Bedingungen und Selbstheilungskräfte gegenüber.

 

Erinnern Sie sich daran, was Ihnen als Kind gut getan hat, wenn Sie krank im Bett lagen? Beispielsweise an das Gefühl der Geborgenheit, die liebevolle Ansprache und Pflege durch die Eltern, die Erfüllung kleiner Extrawünsche, das Vorlesen einer Gutenachtgeschichte. Diese Bedingungen dürften zu einer schnelleren Genesung beigetragen haben.  

 

Selbstheilungsfähigkeit ist nicht nur eine automatische körperliche Selbstregulation wie die Heilung von Wunden oder einer Grippe, sondern auch alles, was wir ganz bewusst durch unsere Eigenaktivität erreichen. Jeder, vor allem erwachsene Mensch ist ein kompetentes Wesen. Ein salutogenetisch orientierter Berater sieht die Beziehung zwischen Berater und Klient als die eines Fachmannes mit Fachkompetenz zu einem Menschen mit Eigenkompetenz. Der salutogenetische Ansatz ist daher ein potential- und lösungsorientierter Ansatz.

 

Der salutogenetische Ansatz lässt sich auf alle Probleme anwenden. Er kann auch, je nach Notwendigkeit, mit verhaltenstherapeutischen Interventionen und/oder Methoden aus anderen Therapieverfahren kombiniert werden (integrative Therapie).

Sie können lernen, sicher zu fahren!